Die neuen Unisex-Tarife – Für den Versicherungsnehmer teurer?

Die Einführung geschlechtsneutraler Versicherungstarife sollte Verbrauchern vor allen Dingen eines bringen: Gleichberechtigung und einheitliche Preise. Doch während Versicherungsnehmer auf günstigere Preise im Hinblick auf die Versicherungen hofften, müssen Sie laut Einschätzung von Verbraucherschützern sogar mit Mehrkosten rechnen. Denn in zahleichen Fällen wurden die Tarife einem höheren Preisniveau angepasst – ein Niveau, welches in diesem Maße von vielen wohl nicht erwartet wurde.

Männer müssen tiefer in die Tasche greifen

Axel Kleinlein, Vorsitzender des Bundes der Versicherten, erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass die Unisex-Tarife keinesfalls die gewünschte Entlastung bringen, sondern vielmehr zu Lasten der Versicherungsnehmer umgesetzt werden. So haben die Versicherungsunternehmen seiner Meinung nach die Tarife erhöht, um auf diese Art und Weise höhere Gewinne zu verzeichnen. Und schaut man sich die Statistiken an, so scheint er mit seiner Vermutung nicht ganz falsch zu liegen. Denn während private Krankenversicherungen für Frauen nur geringfügig günstiger wurden, müssen Männer beim Abschluss eines Neuvertrages sogar mit mehr als 100 Euro Mehrkosten rechnen.

Die eigentliche Idee hinter den Unisex-Tarifen

Während es lange Zeit deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Versicherungskonditionen bei Mann und Frau gab, sollte die Einführung geschlechtsneutraler Tarife im Dezember 2012 endlich dafür sorgen, dass Männer und Frauen einheitliche Beitragszahlungen leisten müssen. Schluss mit der Diskriminierung – so lautete die Devise. Dass Versicherer dabei mit höheren Beitragszahlungen rechnen müssen, hatte dabei jedoch kaum jemand mitgeteilt. Versicherer begründen die höheren Beiträge der Unisex-Verträge mit einer Sicherheitsmarge, die als Puffer einkalkuliert wurde. Diese werde künftig aber gegebenenfalls wieder an die Kunden zurückgegeben.

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