Erleichterung für säumige Zahler der Krankenversicherungsbeiträge

In Deutschland gilt die Krankenversicherungspflicht, die im Rahmen des Sozialversicherungssystems für eine solide und angemessene Versorgung im Krankheitsfall sorgt. Da es sich dabei um eine Pflichtversicherung handelt, sind die anstehenden Beiträge auch regelmäßig abzuführen, was gerade bei Selbstständigen in den letzten Jahren vermehrt zu Problemen geführt hat. Wenn die erforderlichen Tarife nicht mehr gezahlt werden können, dann werden Strafbeträge, sogenannte Säumniszuschläge fällig, die den säumigen Zahler immer weiter in finanzielle Bedrängnis bringen. Können Beträge also einmal nicht gezahlt werden, dann steigt der zu leistende Betrag immer weiter an, die Sorgen für den Versicherungsnehmer werden also größer, zumal dieser ja bereits über ein knappes Auskommen verfügt. Die ausstehenden Beiträge, die durch säumige Versicherte bereits für die Versicherungen entstanden sind, belaufen sich mittlerweile auf 2,15 Milliarden Euro, was innerhalb eines Jahres eine Steigerung um 620 Millionen bedeutet. Damit dieser Trend gestoppt wird und Versicherte und Versicherungen wieder zu einem ausgeglichenen Zahlungs- und Leistungsverhältnis kommen, wird nun von Gesundheitsminister Daniel Bahr ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Dabei dreht es sich im Großen und Ganzen darum, dass die Säumniszuschläge erheblich gesenkt werden sollen, also unter der bisherigen Marke von fünf Prozent im Monat liegen sollen. Auch bei gesetzlich Versicherten soll der Versäumniszuschlag auf nur noch ein Prozent pro Monat zurückgestuft werden.

Wer sich privat versichert, kann ebenfalls durch die neuen Beschlüsse auf eine bessere Situation hoffen, denn hier können säumige Zahler in den sogenannten Notlagentarif überführt werden, innerhalb dessen es dann noch möglich ist, bei akuten Verletzungen, starken Schmerzen und ernstzunehmenden Erkrankungen sowie in der Schwangerschaft die erforderliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das neue Gesetz kommt aber vor allen Dingen bereits verschuldeten Selbstständigen mit kleinen Einnahmen entgegen, die sich seit der Einführung der Krankenversicherungspflicht im Jahr 2007 in großer Masse mit Problemen bei der Beitragszahlung konfrontiert sehen.

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