Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

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Keiner ist vor einer Berufsunfähigkeit gefeit. Fällt aus diesem Grund das Einkommen von einem Tag auf den anderen weg, sind Sie mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell auf der sicheren Seite.

Staatliche Leistungen bei Berufsunfähigkeit unzureichend

Wird man berufsunfähig, so fallen in der Regel Einnahmen aus Gehalt und Lohn weg. Meist kommen weitere finanzielle Belastungen hinzu, beispielsweise Kosten für Betreuung, Umbau der Wohnung oder für eine medizinische Versorgung. Besonders schwerwiegend ist das für Singles, Familien mit Alleinverdiener sowie jungen Menschen mit nur geringem Finanzpolster. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die sowohl als selbständiges Produkt wie auch als Zusatzversicherung angeboten wird, vermag die finanzielle Lücke zu schließen. Dies ist umso wichtiger, da die gesetzliche Rentenversicherung ihre Leistungen in den letzten Jahren deutlich reduziert hat. Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist im Vergleich zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung lediglich eine reine Grundabsicherung die ausschließlich dann die volle Leistung vorsieht, wenn der Verunglückte/Erkrankte weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Leider spielt der berufliche Status hierbei keine Rolle: Es geht nicht um die Arbeitsfähigkeit in Ihrem tatsächlichen Beruf, sondern in nahezu jedem Job – selbst wenn Sie in diesem überqualifiziert sind. Zudem erhalten Sie selbst bei voller Erwerbsminderung lediglich eine Rente in Höhe von rund 38 Prozent Ihres letzten Bruttoeinkommens.

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist besonders bei vielen handwerklichen Berufen hoch. Doch auch Menschen, die nicht körperlich tätig sind, laufen Gefahr, berufsunfähig zu werden. Die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind hierbei vielfältig:

  • Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen (31,55%)
  • Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (21,17%)
  • Krebs und ähnliche Erkrankungen (15%)
  • Unfälle (9,41%)
  • Erkrankungen des Herz- und Gefäßsystems (7,76%)
  • Sonstige Erkrankungen (15,11%).

Wann die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet

Berufstätigen Versicherten zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel dann eine Rente aus, wenn diese aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind. Als berufsunfähig gelten je nach vertraglicher Vereinbarung häufig auch diejenigen, die pflegebedürftig sind und mindestens unter Pflegestufe 1 fallen.

Was Sie bei der Wahl der Berufsunfähigkeistversicherung beachten sollten

  • Ein Teil der Absicherung fällt im Laufe der Zeit der Inflation zum Opfer. Möglicherweise steigen, etwa durch Gründung einer Familie, zudem Ihre Lebenshaltungskosten. Aus diesem Grund sollte die private Absicherung mitwachsen. Am besten ist, wenn Sie sich bei der zu versichernden Rente am Nettoeinkommen orientieren. Hiervon sollten Sie mindestens 75 bis 80% absichern. Weil neben der Inflation auch Gehaltserhöhungen zu berücksichtigen sind, bietet sich auch der Einschluss einer Dynamik an. Durch die jährliche Erhöhung von Beitrag und Leistung können Sie so verhindern, dass die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente sukzessive entwertet wird.
  • Ein Versicherer kann Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit auf einen gleichwertigen Beruf verweisen und die Rentenzahlung verweigern. Diese neue Tätigkeit muss Ihre Fähigkeiten/Kenntnisse berücksichtigen und in etwa dem alten Berufsbild entsprechen. Fällt der Verdienst dadurch deutlich geringer aus, kommt eine „Verweisung“ nicht in Frage. Auf dem Markt gibt es zwei unterschiedliche Verweisungsklauseln: Die „Abstrakte“ und die „Konkrete“. Von Berufsunfähigkeitsversicherungen mit abstrakter Verweisung sollten Sie absehen, da Ihr Versicherer Sie sonst nicht auf eine konkret ausgeübte Tätigkeit, sondern abstrakt auf ein existierendes Berufsbild verweisen darf.
  • Sinnvoll ist die Vereinbarung einer Nachversicherungsgarantie. Dann kann der laufende Vertrag an evtl. gestiegene finanzielle Bedürfnisse (z.B. aufgrund beruflicher Veränderungen, Geburt eines Kindes, Heirat) ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden.
  • Für das Bezugsrecht der Berufsunfähigkeitsrente ist die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit ausschlaggebend. Diese Dauer ist je nach Versicherungsunternehmen unterschiedlich geregelt. Achten Sie auf den kundenfreundlichen Prognosezeitraum von sechs Monaten. Sollten Sie in dieser Zeit ununterbrochen berufsunfähig sein, so wird die Fortdauer dieses Zustands als Berufsunfähigkeit anerkannt und zumeist rückwirkend für die ersten sechs Monate geleistet.

 

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